Fast vergessene Maibowle

Ich kann mich noch erinnern daran, dass Maibowle sehr angesagt war, wenn meine Eltern Freunde zu Gast hatten. Obwohl sie köstlich duftete und nach Frühling schmeckte, wurde sie von Hugo und Sprizz verdrängt.

Vor ein paar Jahren habe ich sie wiederentdeckt und seither gehört sie zu meinem Frühling wie Spargel und Flieder.

  • 2 Flaschen Wein, ich nehme Silvaner oder Riesling oder Müller-Thurgau und eine Huxelrebe, Scheurebe oder Morio-Muskat also eher lieblich ausgebaut.
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Essl. Rohrohrzucker
  • Und ein dickes Bündel Waldmeister (Maikraut)
Waldmeister, Maikraut, etwas angewelkt

Das Maikraut soll etwas antrocknen, damit das Cumarin sich entfalten kann. Cumarin kommt unter anderem in frischem Heu, Waldmeister und in der Tonkabohne vor. Es verleiht diesen Pflanzen einen eigentümlichen, angenehm würzigen Geruch. Einige der Pflanzen dienen als Gewürze und Aromastoffe. Da eine gesteigerte Freisetzung aus glykosidischer Bindung beim Trocknen einsetzt, riechen einige Pflanzen (z.B. Waldmeister) frisch und ungetrocknet kaum nach Cumarin. (Quelle: flexikon.doccheck.com). Achtung: In hoher Dosis gilt Cumarin als gesundheitsschädlich.

Dann die beiden Flaschen Wein in einer Karaffe oder entsprechend großen Schüssel zusammen gießen. Den Zucker darin auflösen, die Vanilleschote der Länge nach aufritzen und hineinlegen und schließlich für ca. 45 min das Bündel Maikraut hineinhängen.

Danach durch Trichter und Teesieb in Flaschen abfüllen und kühl stellen. Die Vanilleschote und das Maikraut trocknen und noch mal verwenden. Das Mark der Schote bspw zum Verfeinern von Quark oder Joguhrt nutzen.

Serviert wird die Bowle auf der Terasse oder im Garten, aufgegossen mit Sekt oder Selters, einer gefrorenen Limettenscheibe und einem Blättchen Minze dazu!

Genieße den Frühling!